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Sutterer ein Phänomen

82-jähriger Baden-Badener badischer Nestoren-Meister

von FM Hartmut Metz, 16. Mai 2003

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   Robert Sutterer ist ein Phänomen im badischen Schach. Der Baden-Badener kam an die Erfolge von Rekordmeister und -Pokalsieger Max Eisinger (Karlsruher SF) nie heran. Dafür demonstrierte Sutterer aber eine bewundernswerte Konstanz, die sich beim 76. Badischen Schachkongress erneut zeigte. Schon 1953 war der Kurstädter im Meisterturnier mit von der Partie, als der älteste badische Verein, die Karlsruher SF 1853, seinen 100. Geburtstag feierte.

 

Robert Sutterer

Robert Sutterer

 

   Und wer stand wieder mit auf der Kongress-Ehrungsliste, als fünf Jahrzehnte danach der Damen-Bundesligist und Herren-Zweitligist sein 150. Jubiläum feierte? Robert Sutterer. 50 Jahre später saß der ehemalige städtische Bedienstete noch immer am Brett. Diesmal als einer der Ältesten bei den Senioren ab 60! Der 82-Jährige bewies dabei erneut seine Klasse: Hinter den "Jungspunden" Horst Hagen (SC Waldbronn), der das Turnier mit 7,5:1,5 Punkten gewann, und Waldemar Müller (SK 1947 Sandhausen) belegte Sutterer Rang drei. Silber verpasste er nur hauchdünn. Wie Müller hatte Sutterer 6,5 Zähler erspielt, wies aber die minimal schlechtere Buchholzwertung mit 46,5 gegenüber 47 auf. Platz vier ging an den Offenburger Dietrich Barnstedt vor Oskar Nadenau (beide 6) vom Gastgeber KSF. Letzterer ist Jahrgang 1920 und damit noch ein paar Monate älter als Sutterer.

   Der Baden-Badener bewies seinen Kontrahenten im Senioren- und Nestoren-Feld zum x-ten Mal, dass er noch immer nicht zum alten Eisen zählt. Der Gewinn des badischen Nestoren-Titel als bester Teilnehmer über 70 ist der zweite auf Verbandsebene für Sutterer, der lange Zeit die speziellen Senioren-Wettbewerbe gemieden hatte. Anno 1966 war dem Spitzenspieler der SG Baden-Baden sein größter Coup gelungen mit Platz eins in der badischen Meisterschaft der Aktiven. Nachstehend Sutterers Sieg über Josef Buttenmüller aus Horben:

 










W: Buttenmueller S: Sutterer

 

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3 Sf6 4.Sf3 a6 5.cxd5 cxd5 6.Lg5 Se4 7.Lf4 Sc6 8.Tc1 Sxc3 9.Txc3? [ 9.bxc3 unterbindet die nun folgende taktische Möglichkeit.]

9...e5! 10.Ld2?!
[ Das Qualitätsopfer 10.Sxe5 Lb4 11.Sxc6 Lxc3+ 12.bxc3 bxc6 13.e3 ist noch die angenehmere Fortsetzung. Weiß hat dann einen Bauern sowie einen starken schwarzfeldrigen Läufer für den Turm. Das ließe sich noch durchaus spielen.]

10...exd4 11.Tc1 Le7 12.g3
Der Anziehende muss nun schon künsteln, weil der d4-Bauer merklich die Aktivitäten der weißen Steine hemmt.

12...0-0 13.Lg2 Lf6 14.Dc2 Te8 15.Dd3
Buttenmüller klammert sich verständlicherweise an den e-Bauern. [ 15.0-0 Txe2 16.Tfe1 Txe1+ 17.Txe1 ist nicht schön für Weiß, aber noch spielbar.]

15...g6 16.Lf4?
[ 16.0-0 minimiert erneut den Schaden, auch wenn 16...Db6 alles andere als erquicklich für Weiß ist.]

16...Lf5 17.Db3 Dd7?
[ 17...d3! 18.e3 g5 19.g4 Lxg4 20.Lg3 Lxf3! 21.Lxf3 Sd4 22.Dd1 d2+!! 23.Kxd2 Da5+ 24.Tc3 Sxf3+ 25.Dxf3 Lxc3+ 26.bxc3 Dxa2+ ist noch zwingender.]

18.Sd2?
Lässt die Idee des Figurengewinns erneut aufleben.

18...g5! 19.g4 Lxg4 20.f3 Lf5 21.Lg3 De7 22.Lf1
Buttenmüller liebt es wohl, seinen König im Zentrum zu belassen. Angebracht war erneut die Rochade, selbst wenn sie diesmal nichts mehr rettet.

22...d3 23.Dxd5 dxe2 24.Lg2 Tad8 25.Dxf5 Txd2! 26.Kxd2 De3+
Der Anziehende verliert die Dame oder geht matt: [ 26...De3+ 27.Ke1 ( 27.Kc2 Sd4+ 28.Kb1 Sxf5 ) 27...Dxc1+ 28.Kf2 Ld4# ] 0-1

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